Kapelle Sapperlot

Porträt vom Heft 5

Jahr 2025

 

 

 

Kapelle

Sapperlot

Seit 2023 pflegt die Kapelle Sapperlot mit Freude und Begeisterung den konzertanten Innerschweizer Ländlerstil mit Klarinette/Saxophon, Akkordeon, Klavier und Bassgeige. Authentisch, vielseitig sowie mit viel Fleiss und Herzblut wird nicht in erster Linie eine rege Bühnenpräsenz angestrebt, sondern vielmehr

die gemeinsame Freude am Musizieren ausgelebt.

Am Klavier spielt der junge Nando Rohrer. Mit seinen 19 Jahren bringt er jugendliche Energie in die Kapelle. Schon als Kind begleitete er die Obwaldner Jungjuitzer auf der Bassgeige an grossen Auftritten im KKL. Heute glänzt er als Pianist mit Gespür für Rhythmus und Dynamik. Nando ist ein grosser Gewinn für die noch junge Kapelle mit drei älteren Musikanten.

Für die tiefen Töne sorgt der junggebliebene Hermi Michel, eine feste Grösse in der Ländlermusikszene. Mit über 80 Jahren ist er als Bassist sehr aktiv und spielt heute noch in verschiedensten Formationen. Hermi nahm an allen bisherigen Eidgenössischen Volksmusikfesten aktiv teil. In Interlaken begleitete er sogar zehn verschiedene Formationen mit seiner geliebten Bassgeige. In Spitzenzeiten hatte er bis 125 Auftritte im Jahr.

Am Akkordeon sitzt Hugo Limacher, ein erfahrener Musiker mit grosser Begabung und Erfahrung, der nach einer rund achtjährigen Pause durch Sapperlot wieder zur Musik zurückfand.

Bruno von Wyl reanimierte während der Corona-Zeit seine Blasinstrumente

Klarinette und Saxophon. Nach rund 35 Jahren Lagerung im Estrich holte er sie hervor, um zu testen, ob sie noch funktionieren. Nach gewissen Revisionen und Neuanschaffungen war der Instrumentensatz schnell komplett. Der Wunsch von Bruno, gemeinsam mit Hugo ein paar Titel einzuüben, stiess auf offene Ohren. Mit Hugos Unterstützung und seiner Rolle als Notenlieferant wurde sogar der Traum einer Kapelle in Viererbesetzung bald Realität.

Hugo, Bruno und Hermi arbeiteten früher in der Firma Leister. Man kennt sich

also schon länger. Während den Proben wird geschnupft und gewitzelt. Oft fiel dabei der Satz: «Sapperlot! Das macht doch Freude, solch schöne Titel einzustudieren!» – und so war auch der Name der Kapelle spontan geboren. Ein besonderer Moment in der jungen Geschichte von Sapperlot war der erste Auftritt am 19. Juni 2023 bei einer Geburtstagsfeier mitten im Dorf Sarnen. Die Musik hallte durch das Quartier und am nächsten Morgen kamen Nachbarn vorbei, nicht etwa mit Beschwerden, sondern mit der Bitte: «Sagt uns das nächste Mal Bescheid, wir möchten unbedingt live dabei sein!».

Seit rund zweieinhalb Jahren spielt Sapperlot nun gemeinsam. Der Fokus liegt nicht in erster Linie auf öffentlichen Auftritten. Das gemeinsame Üben, das Optimieren des Zusammenspiels oder das Austüfteln von schönen Harmonien macht mindestens so viel Spass! Über 20 Komponisten prägen mittlerweile das

abwechslungsreiche Repertoire. Auch Eigenkompositionen von Hugo Limacher und Hermi Michel sind fester Bestandteil des Programms. Explizite musikalische Vorbilder hat Sapperlot nicht, dafür aber offene Ohren für das, was andere machen. Denn in vielen bekannten und langjährigen Formationen gibt es viele Besonderheiten, die man bewundert und gerne aufgreift. Inspiration findet sich überall und wird mit den eigenen Möglichkeiten interpretiert und weitergetragen.

Auftritte sind zwar eher selten, doch wenn es passt, dann tritt Sapperlot natürlich gerne auf. Etwa bei einem internen Anlass in einem speziellen Lokal oder in einer gemütlichen Alpbeiz. Besonders am Herzen liegt der Kapelle das Altersheim Schärmä in Sarnen, wo sie im Frühling und Herbst für musikalische Freude

sorgen. Dort schwingen sogar die über 90-Jährigen zu den Klängen von Sapperlot noch ihr Tanzbein – ein berührender Moment für alle Beteiligten.

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