Aus dem 8. Jahresbericht GV 1954 des
Präsidenten Walter Waser:
Wohl die grössten Wellen, die je an unser Vereinsschifflein
brandeten, bewirkte das Zentralschweizerische Sängerfest in Luzern. Zum
erstenmal in unserer kurzen Geschichte wagten wir es an einem Wettsingen
teilzunehmen. Nicht nur unser Dirigent, sondern jeder von Euch nahm sich
redlich Mühe das Beste herzugeben. Mit gemischten Gefühlen fuhren wir nach
Luzern. Die Vorprobe im Kunsthaus versagte kläglich und war nicht dazu
angetan die Stimmung zu heben. Trotzdem traten wir danach mit festen
Schritten auf das Podium. So weit wir urteilen konnten, war die Darbietung
sicher nicht schlecht und wir konnten zufrieden sein. Nachdem gemeinsamen
Mittagsbanket fanden die Gesamtchor-Vorträge statt, die uns einen
nachhaltigen Eindruck hinterliessen. Die Spannung stieg ins unermessliche,
als sämtliche Vereinspräsidenten zur Entgegennahme der Kränze auf die
Bühne steigen mussten. Unsere Erwartungen waren nicht derart
hochgeschraubt, dass ich es gewagt hätte, mich ins vorderste Glied zu
stellen, zumal mir auch der Fahnen fehlte. Ich hatte mich schon damit
abgefunden, den gewöhnlichen Lorbeerkranz entgegenzunehmen, denn sie lagen
auf einer Bank in meiner nächsten Nähe, aber ich wurde bald darauf eines
andern belehrt, als es hiess, "Schützenchor Stansstad 50.5 Punktet“, also
die höchste Punktzahl für den Kranz mit Silberblatteinlagen. Mit Stolz und
Freude nahm ich dann die Auszeichnung entgegen, um sie an Euren Tisch
zurückzutragen, wo ich auch wieder lauter freudestrahlende Gesichter
erblicken konnte. Unser erster Erfolg war damit Wirklichkeit geworden und
wir dürfen damit zufrieden sein. Euer vorbildlicher Probenbesuch und die
glänzende Stabführung unseres Dirigenten Heiri Leuthold, haben dieses
schöne Resultat auf das wir stolz sein dürfen, fertig gebracht.